
CoinShares' 2026 Outlook
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CoinShares’ Outlook 2026: auf dem Weg zur Konvergenz der Finanzmärkte
Noch vor einem Jahr versuchte der Markt für digitale Vermögenswerte festzustellen, ob die Erholung 2024–2025 tatsächlich nachhaltig war. Heute wirkt diese Frage deutlich weniger umstritten: Bitcoin erreichte neue Höchststände, vor allem aber vertiefte sich seine Verankerung in institutionellen Strukturen. Stablecoins haben sich zu einer globalen Abwicklungsinfrastruktur entwickelt. Die Tokenisierung ist von Pilotprojekten zu Emissionen im großen Maßstab übergegangen. Und On-Chain-Anwendungen ähneln immer weniger spekulativen Spielereien und zunehmend schlanken, cashflow-generierenden Geschäftsmodellen.
Diese Verschiebung bildet den Rahmen für diesen Outlook. Die zentrale Geschichte für 2026 ist die Konvergenz: öffentliche Blockchains, reguliertes Kapital, Anwendungsfälle in der Realwirtschaft und reifende regulatorische Rahmenwerke verschmelzen zu dem, was wir bei CoinShares als Hybrid Finance bezeichnen – ein Finanz-Stack, in dem traditionelle Institutionen und On-Chain-Infrastrukturen zunehmend als integriertes Ganzes agieren.
Das makroökonomische Umfeld ist relevant, dominiert jedoch nicht die Erzählung. Wir erwarten eine Expansion im Stil einer „weichen Landung“: funktional, aber fragil, mit vorsichtigen Lockerungen seitens der Fed und einer ungleichmäßig nachlassenden Inflation. Dieses Umfeld dürfte die Liquidität stützen, ohne jedoch einfache Aufwärtsbewegungen zu garantieren. Mit anderen Worten: ein Markt, der Fundamentaldaten einfordert.
Was ist im kommenden Jahr zu erwarten?
Die Integration von Bitcoin in die traditionelle Finanzwelt schreitet voran – über Spot-ETFs, einen sich vertiefenden Optionsmarkt und erste Signale einer breiteren Beteiligung von Unternehmen und Staaten. Stablecoins werden zunehmend zur zentralen Infrastruktur: Transaktionsvolumina konkurrieren inzwischen mit etablierten Zahlungssystemen, die Regulierung bewegt sich von Unklarheit hin zu Ermöglichung, und große Unternehmen gehen von Experimenten zu realen Implementierungen über.
Die Tokenisierung erlebt ihren Durchbruch, getragen von Private Credit (Repurchase Agreements) und tokenisierten Staatsanleihen, wobei große Vermögensverwalter On-Chain-Produkte emittieren, die schneller gehandelt, günstiger abgewickelt und global distribuiert werden.
Gleichzeitig tritt der Kryptosektor in eine Phase der Wertakkumulation ein: Anwendungen wie Hyperliquid verknüpfen reale Erträge mit der Wertschöpfung für Token-Inhaber durch Rückkäufe und Burn-Mechanismen und rücken Tokens näher an aktienähnliche Fundamentaldaten heran.
Auch der Wettbewerb der Plattformen entwickelt sich weiter. Ethereum positioniert sich als institutionelle Infrastruktur; Solana etabliert sich als leistungsstarke Ebene für konsumentennahe Anwendungen und Abwicklung; und die nächste Generation von Blockchains muss Spezialisierung und Product-Market-Fit unter Beweis stellen – nicht nur theoretischen Durchsatz.
Schließlich divergiert die Regulierung global zunehmend, statt zu konvergieren. Europa setzt auf Klarheit, die USA treiben Innovation dank der Tiefe ihrer Kapitalmärkte trotz fragmentierter Aufsicht voran, und Asien entwickelt seinen eigenen prudenzorientierten Ansatz. Die „Geografie des Vertrauens“ wird sowohl durch Regelwerke als auch durch Liquidität neu gezeichnet.
Zusammengefasst deutet 2026 darauf hin, dass sich der Schwerpunkt der Branche von Narrativen hin zu Nutzen, Cashflows und Integration verlagert. Jeder Zyklus wird weiterhin Mikroblasen hervorbringen; das wird sich nicht ändern. Doch die Richtung ist klarer denn je: Digitale Vermögenswerte werden Teil der etablierten Finanzwelt – nicht ihr Gegenspieler.
Zentrale Erkenntnisse für 2026
Krypto normalisiert sich in der Realwirtschaft.
Hybrid Finance zeigt sich in Stablecoins, tokenisierten Fonds, institutionellen Pilotprojekten und umsatzgenerierenden Anwendungen.Die strukturelle Mainstream-Adoption von Bitcoin schreitet voran.
ETFs und Optionen haben die Liquidität vertieft und die Preisfindung verbessert, während regulatorische und bilanzielle Anpassungen weiterhin Reibungsverluste für Unternehmen und Institutionen reduzieren. Die traditionelle Adoption steht noch am Anfang, doch die Richtung ist vorgegeben.Stablecoins entwickeln sich von Kryptoliquidität zu globalen Zahlungsinfrastrukturen.
Die Regulierung gibt zunehmend grünes Licht, Unternehmen bereiten reale Workflows vor, und die Umverteilung von Wertschöpfung über Zahlungsverkehr, Banking, Marktplätze und grenzüberschreitende Abwicklung wird zu einem prägenden Thema für 2026.Tokenisierung skaliert schnell, angeführt von renditetragenden RWAs.
Private Credit (Repos) und Staatsanleihen bleiben die klarsten Wachstumstreiber, mit Emissionen über mehrere Blockchains hinweg und traditionellen Vermögensverwaltern, die von Experimenten zu dauerhaften Produktlinien übergehen.Die Märkte belohnen wieder Fundamentaldaten.
On-Chain-Anwendungen mit expliziten Mechanismen zur Wertakkumulation (Rückkäufe, Burns, Gebührenbeteiligung) verwandeln Tokens in cashflow-gebundene Instrumente. Dies verändert grundlegend, wie Investoren „Alt“-Risiken bewerten.

