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Krypto-ETPs vergleichen: 6 zentrale Aspekte

Timer9 Min. Lesezeit

  • Finanzen

Einleitung

Das starke Wachstum von Krypto-ETPs in Europa hat zu einer großen Produktauswahl geführt – eine sorgfältige Auswahl ist daher entscheidend. Bevor Sie in den Vergleich einsteigen, ist es wichtig, die verschiedenen Arten von ETPs zu verstehen – ETCs, ETNs und ETFs – die jeweils unterschiedliche Strukturen und Implikationen aufweisen.

Dieser Artikel stellt sechs zentrale Faktoren vor, die Sie bei der Auswahl eines Krypto-ETPs berücksichtigen sollten.

 

 

1. Physische vs. Synthetische Struktur

Ein grundlegender Unterschied besteht zwischen physischen und synthetischen ETPs:

  • Physische ETPs bieten eine direkte Exponierung gegenüber der zugrunde liegenden Kryptowährung. Ihre Investition ist durch tatsächlich gehaltene digitale Vermögenswerte besichert, die sicher verwahrt werden. Dies sorgt für Transparenz und reduziert das Kontrahentenrisiko gegenüber Swap-Anbietern.

  • Synthetische ETPs nutzen Derivate, um die Wertentwicklung von Kryptowährungen abzubilden. Sie können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, erhöhen jedoch die Komplexität und das Kontrahentenrisiko.

  • Empfehlung: Für viele Anleger bieten physische ETPs mehr Transparenz und Einfachheit.

Physically vs Syntetically backed ETPs

2. Historie und Erfahrung des Emittenten

Angesichts der Komplexität von Kryptowährungen ist es besonders wichtig, einen Emittenten mit fundierter Erfahrung sowohl im Kryptomarkt als auch im Asset Management zu wählen.

Berücksichtigen Sie:

  • Marktpräsenz: Seit wann bietet der Emittent Krypto-ETPs an?

  • Verwaltetes Vermögen (AUM): Ein höheres AUM kann auf Vertrauen und Stabilität hindeuten

  • Erfahrung über Marktzyklen hinweg: Hat der Emittent sowohl Hausse- als auch Baissephasen erfolgreich durchlaufen?

  • Regulatorischer Status: Ist der Emittent börsennotiert oder unterliegt er einer strengen Aufsicht?

CoinShares brachte beispielsweise 2015 Europas erstes Bitcoin-ETP auf den Markt und ist an der Nasdaq Stockholm notiert, wodurch das Unternehmen strengen regulatorischen Anforderungen unterliegt.

3. Liquidität und Handelskosten

Liquidität – also die Möglichkeit, Positionen schnell und effizient zu kaufen oder zu verkaufen – ist besonders in volatilen Marktphasen entscheidend.

  • Bid-Ask-Spread: Differenz zwischen dem höchsten Kaufpreis und dem niedrigsten Verkaufspreis. Ein engerer Spread deutet auf bessere Liquidität und geringere Handelskosten hin.

  • Handelskosten: Neben den ETP-Gebühren sollten Sie auch die Transaktionskosten Ihres Brokers berücksichtigen. Einige Plattformen bieten für bestimmte Produkte provisionsfreien Handel an.

  • Tipp: Vergleichen Sie Spreads zu unterschiedlichen Tageszeiten und unter verschiedenen Marktbedingungen. Engere Spreads stehen in der Regel für eine effizientere Preisbildung.

4. Transparenz und Verifizierung

Transparenz ist bei jeder Investition wichtig – im Kryptobereich jedoch besonders:

  • Coin Entitlement: ETPs sind verpflichtet, täglich die exakte Menge der zugrunde liegenden Krypto-Assets zu veröffentlichen. So erkennen Sie genau, wie viel Kryptowährung eine einzelne Anteilseinheit repräsentiert.

  • Unabhängige Bestätigung: Einige Anbieter gehen noch weiter und bieten eine externe Prüfung an. CoinShares nutzt beispielsweise LedgerLens für die unabhängige Bestätigung der zugrunde liegenden Vermögenswerte – um sicherzustellen, dass die Bestände korrekt ausgewiesen sind.

  • Echtzeit-Verifizierung: Bevorzugen Sie Emittenten, die eine Echtzeit-Überprüfung der Reserven ermöglichen, sodass Sie nachvollziehen können, ob jedes Produkt vollständig durch digitale Vermögenswerte gedeckt ist.

5. Sicherheit und Verwahrung

Sicherheit ist bei jedem asset-gesicherten Produkt von zentraler Bedeutung:

  • Qualität des Verwahrers: Wählen Sie einen Emittenten, der mit einem regulierten, spezialisierten Digital-Asset-Verwahrer zusammenarbeitet, der über angemessene Sicherheitsmechanismen verfügt. Verwahrer wie Komainu oder Zodia nutzen institutionelle Cold-Storage-Lösungen.

  • Segregation: Vermögenswerte sollten zwischen den einzelnen Produkten getrennt gehalten werden – häufig als „Limited Recourse“ bezeichnet. Das bedeutet, dass Probleme bei einem Produkt nicht auf andere übergreifen.

  • Insolvenzschutz: Zweckgesellschaften (SPVs) sind so strukturiert, dass sie Vermögenswerte vom Emittenten isolieren und im Insolvenzfall zusätzlichen Schutz bieten.

6. Gebühren und Gesamtkosten

Neben der ausgewiesenen Verwaltungsgebühr sollten Sie die Gesamtkosten berücksichtigen:

  • Verwaltungsgebühren (TER): Der jährliche Prozentsatz, den der Emittent berechnet. Diese Gebühren sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, einige ETPs bieten inzwischen 0 % an.

  • Staking-Erträge: Bei Proof-of-Stake-Kryptowährungen können manche ETPs Staking-Erträge ausschütten, die die Verwaltungsgebühren ausgleichen oder sogar übersteigen können.

  • Tracking Error: Wie genau bildet das ETP die Preisentwicklung des Basiswerts ab? Gebühren und operative Faktoren können zu Abweichungen führen.

Beispiel: CoinShares bietet ETPs mit 0 % Verwaltungsgebühr sowie transparente Staking-Erträge zwischen 1,25 % und 5,0 % p.a., abhängig vom jeweiligen Token – was zu einer positiven Nettorendite führen kann.

Weitere Überlegungen

  • Art der Exponierung: Möchten Sie in einen einzelnen Vermögenswert (Bitcoin, Ethereum) investieren oder in einen diversifizierten Korb? Index-ETPs können automatische Diversifikation und regelmäßiges Rebalancing bieten.

  • Steuerliche Effizienz: Einige ETP-Strukturen können in bestimmten Ländern steuerliche Vorteile bieten. Lassen Sie sich hierzu individuell beraten.

  • Physische Rückgabe: Manche ETPs ermöglichen die Rückgabe gegen tatsächliche Kryptowährungen – eine sinnvolle Option für Anleger, die später in den direkten Besitz wechseln möchten.

Checkliste zur Bewertung

  1. Ist das ETP physisch durch echte Kryptowährungen besichert?

  2. Verfügt der Emittent über eine nachweisliche Erfolgsbilanz im Kryptomarkt?

  3. Sind Spreads wettbewerbsfähig und die Liquidität ausreichend?

  4. Lassen sich die Bestände durch unabhängige Prüfungen verifizieren?

  5. Erfolgt die Verwahrung bei einem regulierten, spezialisierten Anbieter?

  6. Wie hoch sind die Gesamtkosten einschließlich Gebühren und möglicher Staking-Erträge?

Zentrale Erkenntnisse

  • Physische ETPs bieten in der Regel mehr Transparenz als synthetische Alternativen

  • Erfahrung und Erfolgsbilanz des Emittenten sind entscheidend – insbesondere über Marktzyklen hinweg

  • Achten Sie nicht nur auf die ausgewiesene Gebühr, sondern auf die gesamten Haltekosten

  • Unabhängige Verifizierung und sichere Verwahrung sind essenziell

  • Staking-Erträge können zusätzliche Renditepotenziale bei PoS-Kryptowährungen bieten

Geschrieben von
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CoinShares
Veröffentlicht am18 Feb 2026

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