
Was sind Altcoins? Ein Überblick jenseits des Bitcoin
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Bitcoin (BTC) mag die ursprüngliche Kryptowährung sein, doch er ist längst nicht mehr die einzige. Altcoins – also alternative Coins – sollten nicht unterschätzt werden. Auch wenn sie nicht über die gleiche Langlebigkeit oder Marktkapitalisierung verfügen, treiben viele der Protokolle und Anwendungen, die diese Token ausgeben, die Innovation voran, die der Blockchain-Technologie dabei hilft, sich als potenzielle Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe des Webs zu etablieren. Dieser Artikel erklärt, wie sich Altcoins von BTC unterscheiden und welche Rolle sie in einem Krypto-Portfolio spielen.
Was genau ist ein Altcoin?
Einfach gesagt – jede Krypto, die kein BTC ist. Die Bezeichnung von Altcoins als Sammelbegriff kann jedoch missverständlich sein, da das Krypto-Universum äußerst umfangreich ist. An einem Ende des Spektrums befinden sich native Token, die von Protokollen ausgegeben werden und als Infrastruktur für eine neue digitale Wirtschaft dienen, wie z. B. Ethereum, Solana und Avalanche, ebenso wie dezentrale Anwendungen (dApps), die die traditionellen Finanzen (TradFi) revolutionieren. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Kryptos mit einem geringeren Nutzen, wie Memecoins, also Token, die von Internet-Memes inspiriert wurden (bei DOGE war dies ein japanischer Hund namens Kabosu).
Aus Sicht von Investitionen können Altcoins zur Diversifizierung Ihres Portfolios beitragen. Sie sind eher als Ergänzung zu BTC gedacht und nicht als Konkurrenz. Neuere Projekte sind mit Start-ups vergleichbar, da sie hohe Risiken, jedoch auch hohe Gewinnchancen bieten. Durch den Verkauf ihrer nativen Token über die Krypto-Version eines Börsengangs generieren sie finanzielle Mittel und machen diese Möglichkeiten im Gegensatz zu Private Equity auch für Privatanleger zugänglich. Bewährte Projekte wie Ethereum sind eher mit Small-Cap-Aktien vergleichbar, die zwar volatil sein können, dafür jedoch auch ein erhebliches Aufwärtspotenzial bieten.
Wodurch unterscheiden sich Altcoins von BTC?
Bitcoin ist als erste Krypto die Benchmark, an der Investoren andere Token messen – daher ist es sinnvoll, die Unterschiede zu verstehen.
Der pseudonyme Gründer Satoshi Nakamoto konzipierte BTC als Tauschmittel mit einer entsprechenden grundlegenden Infrastruktur. Das System ist stark dezentralisiert – Tausende von Computern, sogenannte Nodes, betreiben die Software, auf der BTC basiert – und der Konsensmechanismus, der dafür sorgt, dass das gesamte Netzwerk über die Transaktionsaufzeichnungen einig ist, erhöht zusätzlich die Sicherheit, indem Angriffe unerschwinglich teuer werden. Inzwischen ist Bitcoin jedoch ausgereift und hat sich aufgrund seiner beschränkten Menge (21 Mio., um genau zu sein) einen Ruf als digitales Gold gemacht. Aufgrund seiner Portabilität glauben einige, dass es als Wertanlage dienen könnte, obwohl der Preis nach wie vor sehr volatil ist.
Altcoins hingegen decken ein viel breiteres Spektrum an Anwendungsfällen ab. Die Anwendungen werden durch Smart Contracts ermöglicht, das sind Verträge, die automatisch ausgeführt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Eingeführt wurde dieses Konzept im Jahr 2015 mit Ethereum.
Die Altcoin-Anlagemöglichkeiten
Da Sie nun ihr breiteres Anwendungsspektrum verstehen, wollen wir uns einige der Projekte genauer ansehen, die die neue digitale Wirtschaft vorantreiben.
Smart-Contract-Plattformen: Ethereum mag zwar ein Pionier im Bereich der Smart Contracts sein – doch mehrere Protokolle sind diesem Beispiel bereits gefolgt, darunter Solana und Avalanche. Smart-Contract-Plattformen bieten die Infrastruktur für die unten aufgeführten Anwendungsfälle sowie für weitere, wie etwa nicht fungible Token – oder die Tokenization realer Vermögenswerte.
Stablecoins: Stablecoins gehören zu den Killer-Apps der Blockchain-Technologie. Sie machen sich die Geschwindigkeit, die niedrigen Gebühren und die Inklusivität von Krypto zunutze, um internationale Transaktionen kostengünstiger zu machen und Menschen in Entwicklungsländern Sparprodukte anzubieten. Die größten Coins nach Marktkapitalisierung sind USDT und USDC, gestützt durch Dollar und auf Dollar lautende Vermögenswerte.
Dezentrales Finanzwesen (DeFi): DeFi-Anwendungen revolutionieren TradFi, senken durch die Möglichkeit direkter Transaktionen zwischen den Parteien die Kosten und vereinfachen den Zugang zu Finanzdienstleistungen. Plattformen wie Aave und Pendle bieten die Möglichkeit, Kredite zu vergeben und aufzunehmen – während Uniswap eine beliebte dezentrale Krypto-Börse darstellt.
Zahlungen: Litecoin, wurde auf der Grundlage der Architektur von Bitcoin entwickelt, jedoch mit der Intention, einige Schwächen des Vorgängers hinsichtlich seiner Eignung als Tauschmittel – vor allem aber die mangelnde Skalierbarkeit – zu beheben. Ein weiteres frühes Krypto-Projekt namens Ripple zielte darauf ab, mit dem globalen Zahlungsnetzwerk SWIFT zu konkurrieren.
Memecoins: Auch wenn ihr praktischer Nutzen fraglich sein mag, fördern Memecoins ein Gemeinschaftsgefühl im Krypto-Ökosystem – DOGE-Holder haben beispielsweise Gelder für verschiedene Zwecke gesammelt, etwa für den Bau von Wasserbrunnen in Kenia. Darüber hinaus haben Memecoins eine gesamte Marktkapitalisierung von 37,8 Milliarden US-Dollar erreicht (Stand: 31. Dezember 2025).
Risiken von Investitionen in Altcoins
Bevor man Altcoins in sein Portfolio aufnimmt, sollte man sich natürlich der Risiken bewusst sein. Auch wenn BTC als volatil gilt, unterliegen Altcoins aufgrund ihrer geringeren Marktkapitalisierung und Liquidity tendenziell noch stärkeren Schwankungen. Während der massiven Liquidation von Positionen im Oktober 2025 – ausgelöst durch die Gefahr eines neuen Handelskriegs zwischen den USA und China – fiel der Bitcoin um 14 %, das Avalanche-Protokoll hingegen sogar um 70 %. Ethereum entwickelte sich (mit einem Rückgang um 12 %) jedoch ähnlich wie BTC. Daher wird es von CoinShares eher weniger als Altcoin eingestuft.
Altcoins bergen aufgrund ihres spekulativen Charakters zudem ein viel höheres Ausfallrisiko als BTC. Mehr als 50 % der fast sieben Millionen Coins, die seit 2021 auf CoinGecko gelistet wurden, sind mittlerweile verschwunden. Einige Projekte waren nicht erfolgreich (ähnlich wie Start-ups in der Anfangsphase), andere wurden nur ins Leben gerufen, um ahnungslosen VCs und Kleinanlegern Geld zu entlocken.
Ein weiteres bedeutendes Risiko besteht in den uneinheitlichen und sich stetig wandelnden regulatorischen Umwelt von Krypto, die die Anleger verunsichert. Schließlich sind dApps für Ausfälle und Sicherheitsverletzungen anfällig.
Fazit:
Lassen Sie sich nicht täuschen: Es wird keinen zweiten Bitcoin geben. Doch das Universum der Altcoins ist groß. Einige dieser Token könnten zu den Trägern des Finanzsystems von morgen werden. Darum ist es unerlässlich, eigene Nachforschungen anzustellen und zwischen den Token zu differenzieren, die entscheidenden Infrastrukturen und Dienste bereitstellen – und jenen, die eher spekulativer Natur sind.
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