
Marktupdate – 13. August 2026
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- Finanzen
- Bitcoin
Eine Ruhephase mit niedrigen Volumina, während sich das Makroumfeld leise dreht
Bitcoin verharrt weiterhin in der Sommerruhe, wobei ungewöhnlich niedrige Handelsvolumina die Interpretation kurzfristiger Kursbewegungen erschweren. Die täglichen Bitcoin-Volumina liegen derzeit bei 4 Mrd. US-Dollar pro Tag an vertrauenswürdigen Börsen, bei ähnlich gedämpfter Aktivität in Aktien und anderen Risikoanlagen. In diesem Umfeld können vergleichsweise kleine Flüsse eine überproportionale Wirkung auf den Kurs haben, weshalb wir vorsichtig damit sind, zu viel in die tägliche Volatilität hineinzulesen.
Das Makroumfeld ist dennoch unterstützender geworden. Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fielen deutlich schwach aus, einschließlich erheblicher Abwärtsrevisionen: In den vergangenen drei Monaten schuf die Wirtschaft im Durchschnitt lediglich rund 20.000 Stellen pro Monat. Auch der von der Fußball-Weltmeisterschaft erwartete Beschäftigungsschub ist offenbar deutlich schwächer ausgefallen als angenommen. Gleichzeitig entsprach der aktuelle Verbraucherpreisindex weitgehend den Erwartungen und bewegt sich weiter in Richtung des Fed-Ziels.
Normalerweise wäre eine schwächere Beschäftigung in Verbindung mit nachlassender Inflation über niedrigere Zinserwartungen ein klar positives Signal für Bitcoin. Die erste Reaktion von Bitcoin blieb überraschend verhalten, was jedoch eher die fehlende Liquidity widerspiegelt als eine Verschlechterung der Stimmung. Seither haben sich die Kurse zu erholen begonnen, und das übergeordnete Umfeld erscheint konstruktiver als zu Wochenbeginn. Bitcoin entwickelte sich in den vergangenen fünf Tagen nahezu invers zu Gold, was darauf hindeutet, dass er sich gegenwärtig eher wie eine Risikoanlage als wie eine langlaufende Anlage verhält.
Globale ETP-Flüsse liefern keine Erkenntnisse
Die Fondsflüsse bleiben ebenso schwer zu deuten. Die Woche dürfte mit moderaten Abflüssen von rund 150 Mio. US-Dollar enden, nachdem in der Vorwoche Zuflüsse verzeichnet wurden. Angesichts des außergewöhnlich dünnen Sommerhandels sehen wir darin keinen Beleg für eine nennenswerte Stimmungswende. Es passt eher zu einem Markt, der in einer Warteposition bleibt, während Anleger auf ein klareres Signal aus Geldpolitik und Konjunkturdaten warten. Das Jackson Hole Economic Policy Symposium am Ende dieses Monats dürfte die nötige Klarheit bringen.
Ein Makrorisiko, das genauer beobachtet werden sollte, ist Japan. Die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen weiter, da die heimische Inflation erhöht bleibt. Japan war historisch eine bedeutende Nachfragequelle für US-Staatsanleihen. Eine anhaltende Umschichtung japanischer Anleger zurück in heimische Anleihen könnte daher die ausländische Nachfrage nach US-Staatsschulden verringern und erneuten Aufwärtsdruck auf die US-Renditen ausüben.
Dies ist noch nicht unser Basisszenario, und die jüngste US-Inflationszahl hat einen Teil des unmittelbaren Drucks genommen. Das strukturelle Problem bleibt jedoch bestehen. Eine hohe Emissionstätigkeit des US-Finanzministeriums in Verbindung mit schwächerer Nachfrage aus dem Ausland könnte die Anleihemärkte zunehmend anfällig für Phasen von Renditevolatilität machen. Paradoxerweise könnte dies langfristig die Argumente für Bitcoin stärken. Sollten Anleger die Stabilität der Staatsanleihemärkte in Frage stellen, gewinnt die Rolle von Bitcoin als nicht-staatlicher, dezentraler monetärer Vermögenswert an Bedeutung.
Darüber hinaus hat der jüngste Coldcard-Exploit Aufmerksamkeit erregt, da Hardware-Wallets allgemein als eine der sichereren Formen der Eigenverwahrung gelten. Die weiter reichende Lehre betrifft weniger ein kryptospezifisches Risiko als die digitale Infrastruktur insgesamt. Exploits im Krypto-Bereich sind sehr sichtbar, weil Transaktionen transparent und on-chain nachvollziehbar sind. Traditionelle Finanzsysteme weisen ein deutlich breiteres Spektrum an Angriffsflächen auf – über Datenbanken, Verwahrstellen, Zahlungsnetzwerke, Register und Abwicklungsinfrastruktur hinweg. In dem Maße, wie KI Cyberangriffe raffinierter macht, dürften dezentrale Systeme gegenüber stärker zentralisierten Systemen profitieren.
Vorläufig bleibt Bitcoin in einer Konsolidierungsphase mit niedrigen Volumina. Die Flüsse sind gemischt und die Kursentwicklung unruhig, doch schwächere Arbeitsmarktdaten, eine nachlassende Inflation und eine potenziell weniger restriktive Fed verbessern das Makroumfeld allmählich.
Veröffentlicht amAug 13th, 2026