
Umfrage unter Fondsmanagern für digitale Vermögenswerte – Mai 2026
4 Min. Lesezeit
- Finanzen
Fondsmanager bleiben vorsichtig, orientieren sich jedoch stärker an Fundamentaldaten
Bitcoin bleibt der Vermögenswert mit den überzeugendsten Wachstumsaussichten, auch wenn sich die Stimmung seit der letzten Umfrage leicht in Richtung Ethereum und Solana verschoben hat
Die Portfolioallokationen bleiben im Durchschnitt niedrig, wobei ein Median von 1 % die typische Einstiegsgröße widerspiegelt – vor dem Hintergrund eines breiteren De-Risking-Trends unter Investoren
Die Investitionsmotive verändern sich strukturell weiter: Diversifikation und Kundennachfrage dominieren inzwischen, während spekulative Motive deutlich zurückgegangen sind
Institutionelle Einschränkungen und Regulierung sind die wichtigsten Hindernisse für weitere Allokationen, während sich die Präferenzen der Investoren von älteren Altcoins hin zu neueren DeFi- und aufstrebenden Protokollen verlagern
Bitcoin bleibt laut unserer Umfrage unter Fondsmanagern der digitale Vermögenswert mit den überzeugendsten Wachstumsaussichten. Im Vergleich zu unserer vorherigen Umfrage vor drei Monaten haben sich die Erwartungen jedoch leicht von Bitcoin hin zu Ethereum und Solana verschoben.
Die Wachstumserwartungen konzentrieren sich weiterhin stark auf die vier wichtigsten Vermögenswerte, nämlich Bitcoin, Ethereum, Solana und in geringerem Maße XRP.
Die Allokationen digitaler Vermögenswerte in Portfolios sind weiter auf nur noch 0,1 % gesunken. Dabei handelt es sich um einen gewichteten Durchschnitt, der durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil institutioneller Investoren in der Umfrage beeinflusst wird. Die Medianallokation liegt weiterhin bei 1 %, was den Gesprächen mit Kunden entspricht, bei denen eine Position von 1 % typischerweise den Standard-Einstiegspunkt für ein Erstinvestment darstellt.
Dies geschieht in einer Phase, in der die meisten Investoren Risiken reduzieren und ihre Allokationen in andere Risikoanlagen zurückfahren.
Bitcoin und Ethereum bleiben die bevorzugten Vermögenswerte in den Portfolios und machen 58 % der Antworten aus. Dieser Anteil ist in den vergangenen Quartalen gestiegen.
Wir beobachten zunehmend einen Rückgang der „alten Garde“ digitaler Vermögenswerte wie Cardano und Polkadot. Stattdessen diversifizieren Investoren in andere Vermögenswerte wie Aave, Sui und Tron, während einige auf DeFi-bezogene Projekte setzen.
Diversifikation und Kundennachfrage bleiben die wichtigsten Investitionsmotive und haben seit der letzten Umfrage deutlich zugenommen. Sie machen inzwischen 63 % der Gründe für die Aufnahme digitaler Vermögenswerte in Portfolios aus. Vor nur zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 36 %, während Spekulation damals den größten Anteil der Antworten auf diese Frage ausmachte. Dieser Anteil ist inzwischen auf 15 % gefallen, was verdeutlicht, wie schnell diese Anlageklasse reift und ihre Identität zunehmend auf Fundamentaldaten aufbaut.
Unternehmensinterne Beschränkungen stehen inzwischen an erster Stelle der Gründe, die Investoren davon abhalten, ihre Positionen in digitalen Vermögenswerten auszubauen. Der deutlich größere Anteil institutioneller Investoren in der Umfrage könnte dies erklären, da viele weiterhin durch Legacy-Systeme am Investieren gehindert werden.
Regulierung bleibt ebenfalls weit oben auf der Liste der Bedenken – wenig überraschend angesichts der anhaltenden Diskussionen rund um den Clarity Act im Senat.
Reputationsrisiken und Volatilität sind als Gründe gegen ein Investment zurückgegangen, bleiben jedoch auf erhöhtem Niveau.
Regulatorische Bedenken bleiben das größte Risiko für bereits investierte Anleger. Auch dies überrascht uns angesichts der anhaltenden Unsicherheiten rund um den Clarity Act nicht. Politische Risiken haben zugenommen.
Risiken im Zusammenhang mit Quantencomputing bleiben ein wiederkehrendes Thema in Kundengesprächen und sind wahrscheinlich ein Grund dafür, dass viele Investoren diesen Punkt als wesentliches Risiko betrachten.
Eine wachsende Zahl der Umfrageteilnehmer ist der Ansicht, dass die US-Notenbank Federal Reserve keinen geldpolitischen Fehler gemacht hat, obwohl die Mehrheit weiterhin abwartend bleibt und die Lage derzeit als nicht eindeutig bewertet. Wir haben hier ein wechselhaftes Meinungsbild beobachtet, wahrscheinlich aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Inflationserwartungen.

ÜBER UNSERE UMFRAGE: An der Umfrage vom April 2026 nahmen 26 Investoren teil, die zusammen Vermögenswerte im Wert von rund 1,3 Billionen US-Dollar verwalten.
Veröffentlicht amMai 6th, 2026